
Pädiatrie
sensorische Integrationstherapie
Sensorische Integration ist die sinnvolle Ordnung, Aufgliederung und Verarbeitung von Sinneserregungen im zentralen Nervensystem, um dem Menschen eine adäquate Auseinandersetzung mit seiner Umwelt zu ermöglichen. Sie bildet die Basis für den Erwerb von Bewegung, Handlungsfähigkeit, Sprache, Interaktion und die Fähigkeit zu abstraktem Denken.
Entsprechend dem Befund werden dem Kind spezielle sensorische Angebote gemacht, die im Rahmen seines Leistungsniveaus eine Herausforderung darstellen, motorische Aktivitäten zu entwickeln. Diese haben immer einen inneren Bezug für das Kind und sind handlungsorientiert. Die Angebote werden in Art und Dosierung ständig kontrolliert und der Reaktion des Kindes angepasst. Hierbei werden zuerst vorwiegend die vestibulären, taktilen und propriozeptiven Sinnessysteme angesprochen. Schaukeln, Hängematten und Rollbretter, Rasierschaum, Kriechtunnel und Trampolin sind therapeutische Medien, die in der SI-Therapie für solche Zwecke eingesetzt werden. Der Therapeut nutzt hierbei sein spezielles Wissen über die Wirkung der Sinne aufeinander. Spezielle Einzelleistungen werden nicht trainiert während der SI-Stunden. Je jünger der Mensch ist, desto plastischer und formbarer ist bekanntlich sein Nervensystem. So ist dieses Therapiekonzept in den ersten Lebensjahren besonders effektiv. Je länger die Störungen unbehandelt bleiben, desto eher werden sie von Vermeidungen und Kompensationen, von Teilleistungs- oder Verhaltensproblemen überlagert. Das erschwert die Diagnostik und kann den therapeutischen Prozess verlängern.
Indikationen für eine Sensorische Integrationstherapie:
- Entwicklungsstörungen
- Störungen der Motorik
- Koordinationsstörungen
- Tonusregulationsstörung
- Dyspraxie
- Ess-,Trink-, Schlafprobleme
- Hypo-/ Hyperkinese
- Verzögerung der sprachlichen Entwicklung
- Verhaltensstörung im Kleinkindalter
Graphomotorisches Training
Bei der Behandlung einer Graphomotorikstörung muss unter-
schieden werden:
1. Es kommt infolge einer Entwicklungsverzögerung zu einer solchen Symptomatik. Hier erfolgt das Training auf der sensomotorisch-perzeptiven Ebene. Das Training besteht dann aus systematisch aufgebauten therapeutischen Übungen für ein spielerisches Training der feinmotorischen Fähigkeiten zum Schreiben und Malen. Die Übungen widmen sich für das Schreiben und Malen relevanten Fähigkeiten und Kompetenzen:
- Arm-Hand-Differenzierung
- funktionale Unterarm und Handhaltung
- intrinsische Bewegungen der Hand
- Visuomotorische Integration
- Tonus- und Kraftregulation
- Kinästhesie, Propriozeption, sowie taktile Verarbeitung
- Orientierung und räumliches Planen
- Beratung bei Linkshändigkeit
Beachtenswert ist die anfangs hohe Konzentrationsleistung.
Durch die Automatisierung der Schreibbewegungen kann das
Kind seinen individuellen Schreibrhythmus entwickeln
und das Schreibtempo steigern. Jeder Übungsteil stellt Aufgaben für zu Hause bereit.
2. Ist ein Trauma der oberen Extremität (Fraktur, Sehnenruptur, o.ä.) oder auch juveniles Rheuma für eine Einschränkung in der Graphomotorik verantwortlich, erfolgt die Therapie auf der motorisch-funktionellen Ebene.
Je nach Diagnose wird an den geschädigten Strukturen direkt
gearbeitet und verfolgt Ziele wie z.B. Muskelkräftigung, Gelenkmobilisation, Straffung des Bandapparates oder Vergrößerung des Bewegungsausmaßes. Weiter werden verloren gegangene Funktionen geübt. Es ist vielleicht auch notwendig, Funktionsschienen an die Hand anzupassen, Griffadaptationen herzustellen und deren Einsatz
zu erproben. Manchmal ist auch eine Narbenbehandlung notwendig.
Konzentrationstraining
Je nach Altersgruppe bieten wir folgende Konzepte zum Konzentrationstraining an:
das Marburger Konzentrationstraining (MKT) nach Krowatschek das Attentioner Training nach Petermann das Cognitioner Training nach Petermann
das Basis- und Strategietraining nach Lauth und Schlottke.
Das Kind lernt in jedem Training vor allem verschiedene Strategien kennen, die helfen können, sich bewusster auf eine Sache zu konzentrieren.
Weitere Ziele sind:
- Erhöhung der Selbststeuerung und Selbstständigkeit
- Planvolles, systematisches Bearbeiten von Aufgaben
- Steigerung der Konzentrationsfähigkeit in unterschiedlichen
Aufmerksamkeitsbereichen - Vernünftiger Umgang mit Fehlern
- Steigerung der Leistungsmotivation
- Vertrauen in das eigene Können
- Stärkung der Eltern und Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion
Elternanleitung
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